Silvana Direkt
02. April 2009

Harte Kante in London

Das Treffen der G20 ist eine Chance, wie sie die Geschichte nur selten bietet. Das auf der ganzen Welt nur noch KRISE genannte Immobilien- und Finanzdesaster, das die amerikanische Wirtschaft fast ungebremst vor einen Baum fahren ließ, und damit eine Massenkarambolage der gesamten Weltwirtschaft verursachte, macht Reformen möglich, wie sie von vielen schon lange als vernünftig erkannt, aber als nicht durchzusetzen verworfen worden sind.

Ich bin Anhängerin der Sozialen Marktwirtschaft. Ich trete ein für die freie Entfaltung der Wirtschaftskräfte, für freien Welthandel, für mehr Freiheit. Aber Marktwirtschaft bedeutet, dass der Staat Freiheiten auch begrenzt, dass er Rahmenbedingungen schafft, um Fehlern des Systems entgegenzuwirken – die in der Wirtschaftswirklichkeit entstehen müssen, weil wir nicht unter Idealbedingungen in einem Labor produzieren und handeln. Jede noch so kapitalistische Wirtschaft braucht entschlossene Institutionen, der Rahmenbedingungen setzen, Monopole sprengen, Ausbeutung verhindern, Ressourcenverschwendung stoppen.

Der globalisierten Weltwirtschaft fehlen zur Zeit solche starken Institutionen, und das ist ein wichtiger Grund für die katastrophale Finanzkrise, die nun auch die Realwirtschaft betrifft. Die Zentren der aufgeplusterten Bankenwelt waren New York und London, und aus diesen Städten kam bisher immer ein lautes Nein, solange Rahmenbedingungen die fantastischen Renditen zu beschränken drohten. Dass nun die USA und Großbritannien alle anderen Länder dazu drängen, die Suppe auslöffeln zu helfen, die sie uns hauptsächlich eingebrockt haben, ist so ärgerlich wie alternativlos. Ein bisschen mehr Bescheidenheit und Demut würde ich mir trotzdem wünschen.

Was lernen wir? Ich meine: harte Kante. Keine faulen Kompromisse mehr. Keine diplomatische Beschwichtigung in diesem Moment der Weltgeschichte. In London muss das Fundament gelegt werden für eine neue globale Marktwirtschaft. 1. für effiziente internationale Institutionen, die einem neuen Desaster besser vorbeugen und die aktuelle Krise besser bekämpfen können. 2. für entschlossenes Eintreten gegen Protektionismus und für mehr Freihandel, idealerweise einen Abschluss der Doha-Runde. 3. für koordinierte Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte, um für Kredite zu sorgen, die den kleinen, mittleren und großen Unternehmen in aller Welt zur Zeit fehlen.
Die Europäische Union hätte bereits im Vorfeld der G20 viel tun können. Auf einem EU-Gipfeltreffen nach dem anderen wurde geredet, diskutiert und debattiert. Die 27 europäischen Mitgliedsstaaten hätten mit gutem Beispiel vorangehen und sich auf gemeinsame, europäische Rahmenbedingungen für den Markt und die Finanzaufsicht verständigen müssen. Jetzt muss es der Londoner Gipfel richten. Jede Krise ist auch eine Chance. Dieser Gipfel ist die größte Chance unserer Zeit. Vergebt sie nicht.

Vereiniges Königreich Lammkeule mit Minzsauce

Zutaten für 4 Portionen:
1 Lammkeule (ca. 2 kg, küchenfertig), 2 EL Öl, 2 TL mittelscharfer Senf, Salz, schwarzer Pfeffer
Für die Minzsauce: 1 Handvoll frische Minzblätter, 1/2 Tasse Wasser, 125 ml Weißweinessig, 3-4 TL Zucker

Zubereitung:
1. Lammkeule waschen und wenn nötig von Häutchen und Sehnen befreien. Öl und Senf verrühren und Keule damit rundherum einreiben, mit Salz und Pfeffer würzen. 2. Keule in einen großen Bräter setzen und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C auf mittlerer Schiene 60 Minuten braten. Dann die Temperatur auf 160 °C reduzieren, ca. weitere 40 Minuten zartrosa braten. 3. Für die Minzsauce Minze waschen, trockentupfen und hacken. Mit 125 ml kochendem Wasser übergießen, etwas ziehen lassen. Dann Essig und 3 TL Zucker zufügen, gut verrühren. Abkühlen lassen, evtl. noch etwas nachsüßen. Lammkeule aufschneiden und mit der Sauce servieren. Dazu passen Salzkartoffeln und gedünstete grüne Bohnen, Erbsen oder Möhren.

Zubereitungszeit:
ca. 2 Stunden
Pro Portion ca. 724 kcal/3032 kJ, 57 g Eiweiß, 46 g Fett, 6 g Kohlenhydrate