Silvana Direkt
21. August 2009

Große Koalition insolvenzreif!

Wissen Sie, was ‘Stabilisierungszahlungen’ sind? Oder was mit der ‘Integrationsmehraufwandspauschale’ und der ‘leistungsabhängigen Mehraufwandsvergütung’ gemeint ist? Nein? Sollten Sie aber, denn Sie bezahlen das alles. So nennt die Commerzbank seit neuestem die vielgeschmähten Boni, also jene falsch gesetzten Leistungsanreize für kurzfristige Gewinne. Vergessen Sie nicht, lieber Leser: Die Commerzbank gehört Ihnen. Sie ist eine Staatsbank. Sie wird vom Steuerzahler mit 18,2 Milliarden Euro gestützt. Der aber erhält dafür in diesem Jahr eine Rendite von: Null. Nicht so die Manager. Die Commerzbank, so heißt es, Ihre Bank also, lieber Leser, arbeite zur Zeit an neuen Leistungsanreizen, die anders gestaltet werden sollen als die alten, die uns in die Krise geführt haben. Näheres weiß man leider nicht.

Zur Zeit führt die SPD mal wieder einen antikapitalistisch angehauchten Wahlkampf und auch die CDU wetterte gegen Boni. Warum verhindert die große Koalition dann nicht die neue Boni-Runde? Verlogener geht’s nicht. Denn bei Banken, bei denen der Staat so großen Einfluss hat wie bei der Commerzbank, könnten die Systemverächter aus CDU und SPD die Zahlungen verhindern. Im Falle der Commerzbank aber wollten sie das gar nicht: Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin hat den Zahlungen zugestimmt. Damit wissen wir mal wieder, was von dem ganzen marktkritischem Furor der beiden CDU/SPD-Systemkritiker zu halten ist: Nichts. Nein, bei wem Handeln und Reden so auseinanderfallen, der ist wirklich insolvenzreif. Das Verfahren wird im Herbst eröffnet.