Silvana Direkt
27. September 2010

Europa ‘Digitally Driven’

Es muss schon etwas Besonderes sein, wenn 5.000 Menschen an einem Ort zusammenkommen: in der Brüsseler Messe habe ich heute früh die Konferenz ‘ICT 2010: Digitally Driven’ eröffnet, gemeinsam mit EU-Vizepräsidentin Neelie Kroes, EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn, dem belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme und dem Chef von Agfa-Gaevert, Christian Reinaudo. Zweieinhalb Tage lang diskutieren hier Experten der Informations- und Kommunikationstechnologie über das Potenzial digitaler Lösungen zur Förderung des nachhaltigen Wachstums einer Wirtschaft mit niedrigem CO2-Ausstoß, über die konstruktive Rolle der Informations- und Kommunikationstechnologie im Alltag der Bürger und die Bedeutung der öffentlichen Mitwirkung im Innovationsprozess.

Auf der Konferenz werden die Förderungsmöglichkeiten der Europäischen Union für Forschung und Entwicklung im IKT-Sektor für den Zeitraum von 2011 bis 2012 vorgestellt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit mit dem belgischen Ratsvorsitz der EU.

Für mich als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments ist natürlich besonders interessant, was die Bürger, die wir als Abgeordnete repräsentieren, davon haben. Ich habe darauf hingewiesen, dass es unser Ziel als Europäisches Parlament ist, ein einheitliches Urheberrecht in Europa durchzusetzen. Es macht einfach keinen Sinn, Urheberrechte davon abhängig zu machen, ob z.B. ein Buch zuerst online und dann als gedrucktes Buch veröffentlicht wird oder umgekehrt. Wir brauchen klare und einfache Regeln.

Eine große Herausforderung für die IKT-Branche ist meines Erachtens auch, eine bessere Verbindung zwischen den Bürgern und ihren politischen Repräsentanten zu schaffen. Ein Testfall sollte die Umsetzung des neuen europäischen Bürgerbegehrens sein, durch das eine Million Unterzeichner die EU-Kommission zwingen können, sich ihrer Anliegen anzunehmen. Diese Unterschriften können laut Lissabon-Vertrag auch online gesammelt werden, und es ist jetzt Sache der IKT-Industrie, dazu jetzt einmal praktikable Lösungen vorzulegen. Das wäre ein wirklicher Fortschritt zugunsten der Bürger Europas.

http://ec.europa.eu/information_society/events/ict/2010/index_en.htm