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Strittiges Abkommen zwischen Marokko und der EU

Marokko ist eines der am besten entwickelten Länder Nordafrikas, mit sehr engen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa. Die EU ist Marokkos wichtigster Handelspartner und trägt somit maßgeblich zum Wirtschaftswachstum Marokkos bei. 2009 wurden Waren im Wert von 6,5 Milliarden Euro in die EU importiert, während die EU über 11 Milliarden Euro an Waren auf dem marokkanischen Markt absetzen konnte.

Die marokkanische Wirtschaft ist noch stark von der Landwirtschaft geprägt. Mehr als 40% der Arbeitskräfte sind in der Landwirtschaft beschäftigt und generieren 16,4% des Bruttoinlandprodukts des Landes. Der Handel mit Agrar- und Fischereiprodukten zwischen der EU und Marokko ist derzeit allerdings noch durch empfindliche Zollschranken begrenzt. Dies soll sich in Zukunft ändern, damit einerseits marokkanische Landwirte ihre Produkte einfacher an die 500 Millionen Verbrauchern in der EU verkaufen, und Europas Produzenten vom Wachstumsmarkt Marokko profitieren können.

Diese Woche hat der Ausschuss für internationalen Handel des Europäischen Parlaments nun einem Abkommen zwischen der EU und Marokko zugestimmt, durch das eine Vielzahl von Zöllen auf landwirtschaftliche- und Fischereiprodukte aufgehoben oder reduziert werden. Dieses Abkommen ist auch ein Baustein der zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Vernetzung der EU mit Nordafrika. Auch wenn Marokko keines der Länder des “Arabischen Frühlings” war, ist auch hier die Hoffnung der EU groß, durch eine Intensivierung des Handels Armut zu verringern, und damit die wirtschaftliche und politische Situation der Region weiter zu verbessern.