Einerseits wird das “Kopftuchverbot” für moslemische Frauen gefordert, anderseits soll die Türkei EU-Mitglied werden. Wie passt das zusammen?
Für eine funktionierende Demokratie ist die Trennung von Religion und Staat wichtig. Im Privaten kann jeder seinem Glauben nachgehen. Der Staat darf einem aber weder vorschreiben, was man zu glauben hat, noch darf er einem vorschreiben, was man nicht zu glauben hat. Besonders Kinder sollen vor staatlicher Einmischung geschützt werden, daher gibt es das Kopftuchverbot für Lehrerinnen zum Beispiel an baden-württembergischen Schulen.
In Frankreich dürfen auch die Schülerinnen kein Kopftuch tragen. Auch die Europäische Union ist eine politische, keine religiöse Gemeinschaft. Die Grundwerte der EU sind Menschenrechte, Demokratie, Freiheit und soziale Marktwirtschaft. Die Mehrzahl der EU-Einwohner sind Christen, aber es gibt auch viele Mitglieder anderer Religionen und zahlreiche Atheisten. Und: schon jetzt leben in der EU beispielsweise mehr Moslems als Niederländer.










